Harte Schale rettet Leben

In Deutschland gibt es zwar keine Helmpflicht beim Radfahren, dennoch tragen hierzulande fast alle Kinder einen solchen Kopfschutz. Bei den Erwachsenen hingegen sieht das anders aus. Dabei kann so ein Helm Leben retten. Darauf machen die AOK-Helmwochen aufmerksam.

Ein Helm kann Leben retten.
Foto: Pixabay

Wenn du dich auf dein Fahrrad setzt, solltest du immer einen Helm tragen. Das gilt auch für den Fahrspaß mit Inlineskates, dem Roller oder Skateboard. Denn so ein Kopfschutz kann einiges abfangen und so schlimme Verletzungen am Kopf verhindern. Denn stürzt du und schlägst mit dem Kopf auf den Boden, wirkt der Schaumstoff in dem Helm wie eine Knautschzone. So ist die Chance viel geringer, dass du eine Gehirnerschütterung oder sogar einen Schädelbruch erleidest. Bei einem Hartschalenhelm wird nämlich die Kraft des Aufpralls auf eine größere Fläche verteilt. Aber auch kleine Verletzungen wie Abschürfungen, Platzwunden und Prellungen am Kopf kannst du durch einen Helm verhindern. Ein Steckschild schützt dich du zusätzlich vor der tief stehenden Sonne, vor Ästen und Regen.

Seit seinem schweren Unfall fährt Stefan Teschke ein spezielles Liegefahrrad.
Foto: Christina Kuhaupt

Der Helmbotschafter

Wie sehr ein Helm das Leben retten kann, das hat Stefan Teschke am eigenen Leib erfahren. Am 7. Februar 2019 hatte der Bremer auf dem Weg zur Arbeit mit seinem Fahrrad an einer Kreuzung einen Unfall. Was genau passierte, weiß der 36-Jährge nicht mehr. Er vermutet, dass ihn ein Auto frontal angefahren hat. Sein Helm ist nach diesem Aufprall links und rechts gebrochen. „Ohne Helm wäre ich tot“, sagt der Vater von zwei Kindern, „der Helm hat mir Zeit geschenkt.“ Im Operationssaal kämpften die Ärzte viele Stunden um sein Leben. Gesicht und die linke Schulter waren zertrümmert, mehrere Rippen und sämtliche Brustwirbel gebrochen gewesen. Die Zähne mussten mit einer Metallschiene wieder fixiert werden. Der behandelnde Notarzt meinte, die Verletzungen seien so schwerwiegend, als wäre Teschke mit 70 Kilometern pro Stunde gegen eine Wand gefahren. Nach seinem Unfall postete der Bremer Fotos des kaputten Helms auf Instagram. So wurde eine Werbeagentur auf ihn aufmerksam. Sie drehte mit ihm am Weserdeich und bei ihm zu Hause einen kurzen Film für die Aktion #HelmeRettenLeben. Sie ist Teil einer Kampagne des Bundesverkehrsministeriums namens „Runter vom Gas“. Seitdem ist Stefan Teschke sozusagen ein Helmbotschafter.

Helmpflicht in anderen Ländern

In Deutschland gibt es nur eine Empfehlung, einen Helm auf dem Fahrrad zu tragen. Das ist in anderen Ländern anders. In Spanien, Finnland und Malta sind alle Altersgruppen verpflichtet, einen Kopfschutz zu tragen. In der Slowakei gilt eine solche Pflicht für Kinder unter 15 Jahren sowie für Radfahrer, die außerhalb geschlossener Ortschaften fahren. In Österreich müssen Kinder nur bis zum 12. Lebensjahr, in Tschechien bis 18 Jahre einen Helm aufsetzen. In Schweden betrifft das Kinder bis 15 Jahre. Wer dort ohne Helm erwischt wird, muss 55 Euro bezahlen. In Neuseeland zahlen alle Radfahrer ohne Kopfschutz umgerechnet 30 Euro.

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