Grünes Superfood

Zugegeben: Grünkohl ist bei Kindern nicht sonderlich beliebt. Welches Gemüse ist das aber schon. Die krause Winterpflanze ist echt ein Kraftpaket, vielseitig verwendbar und eng verbunden mit der bremischen Küche.

© Tom Wesse

Grün- oder Braunkohl?
Dieser Kohl ist ganz eindeutig grün. Daher heißt er für viele auch Grünkohl. In Bremen bestehen aber Menschen darauf, ihn Braunkohl zu nennen. Ja, was denn nun? Es gibt mehrere Erklärungen. Eine ist: Der Kohl wird beim Kochen und mehrfachen Aufwärmen braun. Eine andere Erklärung: Angeblich sollen sich nach den Frosttagen die äußeren Blattränder braun färben. Die richtige Antwort: Beide Varianten sind richtig. Es kommt nämlich auf die Züchtung an. In Bremen wurde bis zum 19. Jahrhundert eine hohe Sorte gezüchtet, deren Blätter bräunlich-violett waren. Später ersetzte man diese Sorte durch eine schnellwachsende grüne. Das Supergemüse heißt je nach Region aber auch Hochkohl, Winterkohl, Strunkkohl, Krauskohl, Federkohl, Oldenburger oder Friesische Palme.

Ernte erst nach dem Frost?
Dieses Gerücht hält sich hartnäckig: Grünkohl könne erst geerntet werden, wenn es den ersten Frost gab. Biobäuerin Amalie Lohmann kennt sich aus. Sie züchtet das beliebte Wintergemüse rund um Dörverden. „Der Kohl braucht es kalt. Aber fünf Grad Celsius reichen vollkommen“, sagt die 38-Jährige. Erst durch die Kälte nämlich entfalten sich die gesunden Inhaltsstoffe und der Geschmack. Grünkohl ist zudem ein ziemlich pflegeleichtes Gemüse. Waschen und nachbereiten Fehlanzeige. Der frische Kohl kann schon am nächsten Tag gekauft werden.

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Krauskopf mit Superkräften
„Grünkohl ist ein echtes Superfood, eine der gesündesten Gemüsesorten überhaupt“, sagt der Ernährungswissenschaftler Claus Leitzmann. Was steckt alles in dem Krauskopf? Er hat die meisten Vitamine (A, E und C) unter allen Gemüsesorten. Er liefert doppelt so viel Kalzium (gut für die Knochen und Zähne) wie Spinat. Der Kohl ist außerdem voll mit Ballaststoffen, Spurenelementen und Mineralstoffen. Die stärken das Immunsystem. Und Antioxidantien sind auch noch drin. Sie gelten als die Schutzpolizei im Körper, die gegen freie Radikale kämpfen.

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