Berührende Ausstellung

Montags sind die Museen für Besucher geschlossen. Die Kinderreporterinnen Lilli und Emma durften trotzdem an diesem Tag ins Paula Modersohn-Becker Museum und sich die Ausstellung „Berührend – Annäherung an ein wesentliches Bedürfnis“ ansehen.

Emma und Lilli im Gespräch mit Anne Beel vom Museum
Foto: Sheila Schönbeck

Ohne Corona gäbe es diese Ausstellung sicher nicht. Denn die Idee zu „Berührend“ kam dem Museum als Folge der Abstands- und Distanzregeln, um die Verbreitung des Virus einzudämmen. In der Kunst spielt die Berührung eine wichtige Rolle. Wie unterschiedlich dieses Thema umgesetzt wurde, zeigt diese Ausstellung. Zu sehen sind mehr als 60 Kunstwerke – alte und neue – in sechs Themenräumen.

Wer schon einmal in einem Museum war, der weiß: Anfassen verboten! Das wissen auch die beiden Kinderreporterinnen. „Die Werke sind wertvoll und leicht zu beschädigen“, erklärt Emma. „Und sie sind nicht wiederbringbar“, fügt Anne Beel hinzu. Die Kunstvermittlerin führt die beiden Elfjährigen durch die Schau.

Im nächsten Raum wird die Nähe und Fürsorge von einer Mutter zu ihrem Kind dargestellt. Um die zärtlichste Berührung zwischen zwei Menschen geht es im nächsten Raum: der Kuss. Würdest du jemand Fremdes küssen? Sicher nicht. Anders die Künstlerin Melanie Manchot. Sie ist mit versteckter Kamera durch verschiedene Städte gegangen. Dort hat sie fremde Menschen gefragt, ob sie sie küssen würden. Verrückt oder?

Doch Berührungen sind nicht immer nur angenehm. Das zeigt der Raum eine Etage höher. Als erstes nehmen die Kinderreporter ein Klatschen wahr. Gleich zu Beginn ist in einem schwarz-weiß Video ein Paar zu sehen, das sich immer im Wechsel eine Ohrfeige gibt. Das geht so lange, bis einer von ihnen aufhört. Wie lange mag das wohl sein?

Doch die Ausstellung möchte seine Besucher mit einem positiven Gefühl entlassen. Daher geht es noch eine Etage höher. Auf elf Stelen stehen im Raum verteilt tanzende Paare. „Auf den ersten Blick sieht es aus, als ob der Mann immer der gleiche ist“, findet Lilli. Es lohnt sich, zwischen den aus Holz geschnitzten Figuren umher zu gehen. Aber bitte nur gucken, nicht berühren. Diesen Ratschlag sollten Besucher unbedingt bei dem Werk „Das Buch der Berührungsängste“ von Timm Ulrichs beherzigen. Denn, wer es wagt, die Blindenschrift in dem rostig aussehenden Buch anzufassen, der bekommt einen Stromschlag. Kein Witz!

Du möchtest dir die Kunstwerke anschauen? Dann nix wie hin! Denn dank der Sparkasse Bremen bezahlen Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre keinen Eintritt.

Pipilotti Rist, Courtesy the artist, Hauser & Wirth and Luhring Augustine

Warum drückt die Künstlerin Pipilotti Rist ihr Gesicht so nah eine Glasscheibe?

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