Trauer und andere Gefühle

Wenn ein geliebter Mensch stirbt, ist das sehr schwierig. Gefühle wie Wut und Angst sowie viele Fragen prägen häufig die Zeit nach dem Verlust. Der Verein Trauerland Bremen unterstützt Kinder und Jugendliche in dieser schweren Zeit.

Foto: Jochen Lübke/DPA

Zehn Kinder spielen in einem Raum: Sie malen, basteln, einige stehen gemeinsam am Kickertisch. Es wird geredet und gelacht. Von Traurigkeit keine Spur. Dennoch befinden sich die Kinder in einer wichtigen Phase ihrer Trauerarbeit. Denn bei dem Treffen handelt es sich um eine Gruppensitzung des Bremer Vereins Trauerland. Alle zwei Wochen kommen die Kinder in Schwachhausen mit fünf Erwachsenen zusammen. Sie sind Pädagogen und Psychologen und nehmen sich Zeit für die Bedürfnisse und Fragen der Kinder.

Zu Beginn gibt es einen Begrüßungskreis, in dem jeder berichtet, wer er oder sie ist und wer verstorben ist. Weiter geht es mit einer wechselnden Einheit. Während der anschließenden Spielphase toben die Mädchen und Jungen nach Herzenslust. Oder sie ziehen sich mit einem Buch zurück. Zum Abschluss kommen alle Gruppenmitglieder wieder zusammen, um sich den Nachmittag noch einmal vor Augen zu führen. Dann überlegen sich die Kinder Fragen zu den Verstorbenen.

In einem Nebenzimmer sitzen die Erwachsenen und sprechen ebenfalls über ihre Trauer – oder andere Themen, die sie bewegen. Jeder hat seinen separaten geschützten Bereich, aus dem keine Informationen in die andere Gruppe getragen werden. Jedes Kind entscheidet selbst, was es seinen Eltern über die Erlebnisse bei Trauerland berichten möchte. Alle in der Gruppe haben etwas gemeinsam: Die Mädchen und Jungen haben einen lieben Menschen, einen Verwandten oder Freund, verloren. Das kann schon einige Jahre zurückliegen oder gerade erst passiert sein. Manchmal kommen die Eltern mit ihren Kindern auch schon, bevor beispielsweise Oma oder Opa sterben. „Wir schauen dann, wie man das Sterben möglichst gut erklärt und begleitet“, sagt Johanna Kuhr. „Unser Ziel ist es, einen guten Abschied zu erreichen“, sagt die Psychologin.

Weitere Informationen zum Verein gibt es im Internet:
Trauerland
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Foto: Trauerland

Hintergrund

Den Verein Trauerland gründete Beate Alefeld-Gerges vor rund 20 Jahren nach einem amerikanischen Vorbild. Damals war es deutschlandweit die erste Einrichtung dieser Art. Heute übernimmt die Gründerin gemeinsam mit Simin Zarbafi-BlömQer und Cornelia Mehrkens die Vorstandsaufgaben. Nach erfolgreicher Startförderung durch Aktion Mensch ist der Verein mit Hauptsitz in Schwachhausen und mit ihm das Angebot stetig gewachsen. Im Jahr 2006 wurde der Oldenburger Standort am Schloßplatz eröffnet, seit 2018 gibt es eine Außenstelle in Verden- Eitze. Den Namenszusatz Trauerland gibt es seit 2009. Trauerland finanziert sein Angebot fast ausschließlich über Spenden, alle Gruppen sind für die Betroffenen kostenfrei. Allerdings gibt es Wartelisten für Interessierte.

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