Sport im Lockdown

Vor den Monitoren haben Jugendliche Stellung bezogen. Sie tragen Sportkleidung, teilweise weiße Karateanzüge, und sind bereit für das wöchentliche Training. Das läuft beim Verein SKIP Syke aktuell digital ab.

Foto: Frank Thomas Koch

Ein Mal in der Woche wendet sich Björn Strote aus dem Onlinetrainingsraum an seine Schüler. Der 39-Jährige leitet das Kinder- und Wettkampftraining und weiß, was der Sport den Karateka, so heißen die Sportler in Fachkreisen, bedeutet: „Diese Einheiten sind ein wichtiger Teil im Alltag und bieten eine Regelmäßigkeit.“ Am Bildschirm motiviert und trainiert er die Mädchen und Jungen, ruft ihnen Anweisungen aus dem Karatesport zu, bei denen unerfahrene Zuschauer das Gefühl haben, es könnte sich um eine komplizierte Fremdsprache handeln. Eigentlich ist es das auch, denn die Anweisungen stammen aus dem Ursprungsland des Karate. Die chinesischen Begriffe werden eifrig in Form von verschiedenen Bewegungsabläufen umgesetzt. Häufig setzt Strote auch farbige Hütchen für Reaktionsspiele ein, die ohne Mitspieler funktionieren. „Man muss schließlich bedenken, dass kein Partner da ist, und das Platzangebot zu Hause im Vergleich zu unseren Trainingsräumen zudem sehr gering ist“, erklärt der Trainer.

Foto: SKIP Syke/privat

„Am Anfang fühlt man sich ein wenig bescheuert, wenn man mit dem Bildschirm spricht“, erinnert sich Björn Strote an die ersten Onlinetrainings. Doch von den Teilnehmern bekommt der Trainer Rückmeldungen und weiß so, dass seine Anweisungen umgesetzt werden. „Es geht nicht darum, alle Übungen richtig zu machen, sondern um den Spaß und die Bewegung“, macht er deutlich. Daher wurde das virtuelle Training im Vergleich zur realen Begegnung auf der Matte eingekürzt, damit alle bis zum Schluss aufmerksam und mit Freude dabei bleiben. Für Aufmerksamkeit und Konzentration sorgt auch der Kampfschrei, den der Trainer in jeder Übungseinheit von seinen Schülern einfordert. „Bislang hat sich noch niemand beschwert“, meint er mit Blick auf die Nachbarn der Schüler. Dennoch hofft er, dass das reale Training bald wieder möglich ist. „Es fehlen beliebte Rituale und die echten Kontakte.“

Karate-Historie
Der Karatesport hat seine Ursprünge um das Jahr 500 nach Christus. Diese Kampfkunst stammt aus China und entstand, weil es dem allgemeinen Volk verboten war, mit Waffen zu kämpfen. Sie wurde zu einer beeindruckenden Selbstverteidigungskunst und nach ihrer Herkunft „Karate“ (chinesisch für Hände) benannt. Für Fans ist Karate aber mehr als ein Sport: Neben der sportlichen Disziplin bietet sie den Sportlern auch einen Weg (Do), um den Charakter zu formen. Gemeint ist, dass sich die Sportler von negativen Gefühlen befreien sollen, um zu sich selbst zu finden und glücklich zu sein. Beim Karate geht es zudem um Disziplin und Respekt, da die Anweisungen des Trainers strikt zu befolgen sind. Der Karatesport gehört übrigens nicht zu den olympischen Disziplinen, da er nicht alle der 32 erforderlichen Einflussfaktoren zur Aufnahme in die Liste der olympischen Sportarten erfüllt.

Informationen zum Training des Vereins SKIP Syke sowie weitere spannende Geschichten gibt es in der neuen Kinderzeitung des WESER-KURIER (Ausgabe 164 vom 12. März).

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