Jugend forscht in Coronazeiten

Der wohl bekannteste Nachwuchswettbewerb im Bereich Naturwissen­schaften und Technik geht in eine neue Runde: Zahlreiche Jugendliche haben in den vergangenen Monaten in Bremen experimentiert, Fragen gestellt und nach Lösungen gesucht. Jetzt präsentieren sie ihre Ergebnisse bei Jugend forscht.

Foto: Universum Bremen

Unter dem Motto „Lass Zukunft da“ haben die Schülerinnen und SchülerAnfang März drei Tage lang ihre Projekte erstmals rein digital der zuständigen Fachjury vorgestellt. Denn eine reale Ausstellung mit Messefeeling, wie es in den Vorjahren stets üblich und durchaus beliebt war, kann es aufgrund der Corona- Beschränkungen nicht geben.
Das Interesse an Jugend forscht ist aber ungebrochen. Mit insgesamt 122 Forschungsarbeiten wurde in Bremen-Mitte ein Projekt mehr als im Vorjahr eingereicht. Das bedeutete jede Menge Arbeit für die Jury. „Wir haben uns viele Gedanken gemacht, wie der Wettbewerb online stattfinden kann und zugleich nicht an Charakter verliert“, sagt Dr. Stephan Leupold. Er ist der Leiter des Regionalwettbewerbs Bremen-Mitte und verrät, was im Vorfeld alles zu bedenken galt: „Es mussten neben technischen Fragen auch die Arbeitsweise der Jury und die Siegerehrung geplant werden.“ So sei es für die Mitglieder der Jury ein enormer Aufwand, sich alle Arbeiten der Teilnehmer anzusehen und am Ende über die Platzierungen abzustimmen. „Kommunikation und Austausch sind in diesem Jahr noch wichtiger“, sagt Leupold.

An der 56. Auflage von Jugend forscht haben sich 206 Jungforschende aus 14 verschiedenen Schulen beteiligt – der jüngste Teilnehmer ist neun Jahre, der älteste 21 Jahre alt. Bundesweit sind 8998 junge MINT-Talente bei dem Wettbewerb angemeldet.

Für viele sei der Weg diesmal beschwerlicher gewesen, unterstreicht Leupold. Aufgrund des eingeschränkten Schulbetriebs fielen nicht nur entsprechende AGs aus, auch die Betreuung fand vielerorts nur digital statt. „Umso lobenswerter ist die hohe Anzahl an Teilnehmern“, freut sich der Wettbewerbsleiter.

Mit der Haltbarkeit von Schnittblumen beschäftigten sich Tamina Mia Huss und Emma Louisa Döhle von der Oberschule Rockwinkel / Foto: privat

Beispiele aus dem aktuellen Wettbewerb
Schüler der Oberschule Rockwinkel haben sich zu einer möglichen Essenslieferung per Drohne Gedanken gemacht. Eine andere Gruppe hat sich überlegt, wie man eine leuchtende Handyhülle baut. Eine Schülerin der Wilhelm-Focke-Oberschule Bremen hat im Rahmen ihrer Arbeit ein smartes Vogelhaus erfunden, das per WLAN Livebilder vom Brutvorgang überträgt. Gesunde Gemüsechips stellte ein Schüler des Ökumenischen Gymnasiums her und eine Schülerin des Alten Gymnasiums forschte an einer klimafreundlichen Treibstoffalternative. Traditionell beliebt sind Themen rund um Pflanzen, die Herstellung von Naturkosmetik und Fragestellungen zu Instrumenten sowie Sport.

Wie der Wettbewerb Jugend forscht konkret abläuft, was die Gewinner des Regionalwettbewerbs erwartet und welche Möglichkeiten das Forschen bietet, erfahrt ihr in der aktuellen Ausgabe der Kinderzeitung (163. Ausgabe vom 5. März).

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