Die Bremerin Stine Oliver mit ihrem neuen Buch
Foto: Fabian Wilking

„Beim Schreiben trage ich immer Ohrstöpsel“

Geschichten über Tiere haben es der Autorin Stine Oliver bereits in ihrer Kindheit angetan. So sind die Hauptcharaktere in ihrem ersten Buch „Miep & Moppe“ natürlich putzige Fellträger. Nach „Alles reine Verwandlungssache“ ist nun der zweite Teil mit dem Titel „Wohngemeinschaft mit Kaninchen“ erschienen.

Du bist seit einiger Zeit Kinderbuchautorin. Gerade ist dein zweites Buch über Miep & Moppe erschienen. Wolltest du schon immer Kinderbücher schreiben?

Stine Oliver: Stine Oliver: Ich wollte irgendwann ein Buch schreiben, hatte aber lange nichts Konkretes geplant. Irgendwann stand das Verwandlungsthema fest und ich habe einfach losgeschrieben. Ich musste mich dann für eine Leserzielgruppe entscheiden. Und da sie in diesem Fall bei zehn Jahren beginnt, landete ich automatisch in der Genre-Schublade. Ich betrachte mich allerdings nicht als reine Kinderbuchautorin.

Miep und Moppe kuscheln

Miep ist ein 13-jähriges Mädchen, das sich nach einem Schluckauf in ein Eichhörnchen verwandelt. Wie bist du darauf gekommen?

Stine Oliver: An den genauen Moment erinnere ich mich nicht wirklich. Aber ich bekomme selbst sehr schnell Schluckauf bei gewissen Kaltgetränken, das ist also wie bei Miep. Irgendwann hatte ich die Idee: Was wäre, wenn man sich in ein Tier verwandeln könnte?

Warum wird Miep ein Eichhörnchen?

Stine Oliver: Ich mochte schon immer rothaarige Buch- und Filmheldinnen. Deshalb sollte auch meine Protagonistin rothaarig sein, und das passt auch von der Fellfarbe gut zusammen. Eichhörnchen sind flink, agil und haben immer zu tun. Miep als Mädchen ist eher ein Bücherwurm und möchte in Ruhe gelassen werden. Das ist ein krasser Gegensatz, der für den ersten Konflikt sorgt.

Auffällig in den Büchern ist, dass du Wörter verwendest und erklärst, die heutzutage nur noch wenig genutzt werden, zum Beispiel blümerant.

Stine Oliver: Das mache ich meinem normalen Leben auch so. Mein Mann und ich haben einen teilweise sehr speziellen Wortschatz. Inspiration ziehe ich aus alter Literatur, aber auch aus Serien. Ich habe daher immer ein Notizbuch dabei.

Auch kleine Lektionen in Plattdeutsch bekommen deine Leser. Sprichst du selbst Platt?

Stine Oliver: Ich verstehe es super, weil ich ein bisschen damit aufgewachsen bin. Meine Mutter hat Platt mit ihren Eltern gesprochen, mein Papa hat sich das Platt angelernt. Ich selbst bin da als Perfektionistin eher vorsichtig und höre lieber zu als selbst zu sprechen.

Die zweite Geschichte „Wohngemeinschaft mit Kaninchen“ erschien schneller, als angedacht. Hat der Corona-Lockdown deine Fantasie beflügelt?

Stine Oliver: Die Ideen gab es schon vorher. Durch Corona hatte ich aber im normalen Job weniger zu tun und so die Möglichkeit, das Projekt voranzutreiben. Sonst wäre das Buch wohl erst im Winter erschienen.

Wird es noch weitere Geschichten von Miep und Moppe geben?

Stine Oliver: Ursprünglich war die Geschichte nach dem ersten Buch für mich abgeschlossen, obwohl es mit einem fiesen Cliffhanger endet, also einem spannenden, offenen Ausgang. Jetzt hätte ich sogar schon Ideen für einen dritten Teil.
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